Donnerstag, 31. Oktober 2013

Männlich? weiblich? oder gar nichts? -- Neue Regelung für deutsche Geburtsurkunden

            (Fortsetzung)
Nein, dabei meine ich nicht nur die Bibel ("Als Mann und Frau erschuf er sie"), die wir als Christen zu beachten haben. Es gibt auch ganz praktische Bedenken gegen die Neuregelung, auch wenn für die katholische Kirche der Augsburger Weihbischof Dr. Anton Losinger im Ethikrat der Bundesregierung zugestimmt hat.
Beginnen wir mal mit den Alltagsproblemen: Was soll dann zukünftig im Reise-
pass stehen? Es ist absehbar, dass die fehlende Geschlechtsangabe Probleme in vielen Ländern verursachen wird. 

Und was ist mit Heiraten? Wenn jemand formal weder Mann noch Frau ist, wie wird das bei einer Heirat gehandhabt?
Wer bestimmt letztlich, dass in der Urkunde kein Geschlecht eingetragen wird? Könnte es sein, dass Eltern in Ausnahmefällen noch ganz andere Motive haben, kein Geschlecht eintragen zu lassen...?
Was passiert mit der Anrede in Schreiben und Formularen? Vielleicht "Sehr geehrtes Mitmensch XY..."?
Was geschieht in wenigen Jahren in der nächsten Gesetzesanpassung mit Menschen mit "AGI" (alternating gender incongruity), die sich psychisch ihres Geschlechtes nicht sicher sind und je nach Stimmung u.U. mehrmals täglich wechseln müssen?

Ja, das liest sich erst einmal ganz menschenfreundlich im neuen § 22 des Personenstandsgesetzes: "Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen." - In der Praxis heißt das allerdings auch: Jetzt ist den Eltern die Möglichkeit verbaut, sich vorläufig für ein bestimmtes Geschlecht zu entscheiden. Im Gesetzestext steht "ist...ohne
...einzutragen"
; das ist jetzt genauso zwingend wie vorher die definitive Ent-
scheidung Junge oder Mädchen.
Das neue Gesetz zwingt solche Kinder und deren Eltern, sich nun überall wegen dieser Situation zu "outen". Konnte man das vorher durch einen Eintrag "Junge" oder "Mädchen" offiziell vermeiden, ist das Problem jetzt wie auf dem Präsen-
tierteller. Auf vielen Anmeldedokumenten wird es aus dem Ausweis übertragen.
So kann es u.U. sogar sein, dass das neue Gesetz eher das Gegenteil von dem erreicht, was es eigentlich möchte. Um einer "Bloßstellung" zu entgehen, könnte der Anteil an Operation jetzt noch ansteigen. Das befürchten übrigens interes-
santerweise auch die betroffenen Erwachsenen selbst, wie man bei "zwischen-
geschlecht.org"
nachlesen kann.

Es wird sich also erst herausstellen müssen, ob man ein wirklich hilfreiches Gesetz gemacht hat.
Und es steht zu befürchten, dass bei entsprechendem öffentlichen Druck gewisser Interessengruppen die nächsten derartigen Wünsche nicht lange auf sich warten lassen. Das Karussell dreht sich immer schneller: Frauen werden Männer, Männer werden Frauen, Männer heiraten Männer, Frauen heiraten Frauen.
Wann wird bewusst so operiert, dass man beides sein kann...?


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1 Kommentar:

  1. Wir sollten uns nicht in die eigene Tasche lügen: Es geht steil bergab mit Deutschland. Immerhin haben Sie richtig erkannt, dass sich da ein Karussell dreht.
    Auch wenn man das jetzt noch weit von sich weisen wird: An sexuellen Spezialitäten wird über kurz oder lang alles erlaubt werden, einschließlich Sex mit Tieren.
    Man präsentiert uns das schonend per Salamitaktik...

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