Donnerstag, 2. Juli 2015

Predigt und Linktipps zum 14. Sonntag im Jahreskreis B --- 5.7.2015

                                             (Fortsetzung)

Fachleute schätzen die damalige Einwohnerzahl aufgrund von archäo-
logischen Funden auf etwa 300 bis 500 Per-
sonen, mehr nicht.     Jeder kannte jeden, und viele waren miteinander verwandt. Manche Woh-
nungen bestanden nur aus Felshöhlen, die nach vorne durch einen Vorbau aus Lehm ausgebaut worden sind. Der Ort lag in einer fruchtbaren Talmulde, umgeben von Bergen, 30 km von der Südspitze des Sees Genezareth entfernt. Heute würde man sagen: Nazareth lag ziemlich weit weg vom Schuss, eben ein unbedeutendes, verschlafenes Provinznest. Daher wurde Jesus damals von einigen auch als „der Nazarener“ verspottet.                                                                                   Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass Jesus seinen Heimatort aufsucht und am Sabbat in der Synagoge lehrt. Er ist jetzt ein weithin bekannter Rabbi. Seine Jünger sind bei diesem Heimatbesuch mit dabei, was unterstreicht, dass er nicht zu seinem Privatvergnügen hier ist, sondern wie überall als Verkünder des Gottesreiches  -  und um die Menschen zur Umkehr aufzurufen.                                                            
Wir brauchen nicht viel Phantasie, um uns vorzustellen, was da in Nazareth
los war. Das lässt man sich natürlich nicht entgehen. Der berühmte Sohn des Ortes ist heute da. Besonders die Älteren erinnern sich an viele Begebenheiten aus seinem Leben in Nazareth. Als Kind hat er sich genauso dreckig gemacht wie alle anderen, mit denen er gespielt hat. Daheim hat er so selbstverständlich mit angepackt wie die anderen Kinder auch. Bei Josef ist er in die Lehre ge-
gangen und hat das Handwerk des Zimmermanns und Bauarbeiters jahrelang ausgeübt. Wie andere Männer aus dem Dorf hat er in der Umgebung auf vielen Baustellen gearbeitet und weiß daher, was es heißt, in der Hitze des Tages sein Brot verdienen zu müssen.  -  Kurzum: den Menschen damals in Nazareth ist eines klar - diesen Jesus kennen wir natürlich. Er ist einer von uns. Wir wissen Bescheid um ihn...   

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