Ohne unterstellen zu wollen, dass jeder Homosexuelle unter pauschalem HIV-Verdacht steht, erklärt z.B. der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes laut "SPIEGEL"-Artikel, man würde bei einer Lockerung des Verbots "ein zusätzliches Risiko" eingehen, man komme daher um den Ausschluss be-
stimmter Spender nicht herum.
heitsgemäß angäben.
Und genau da liegt schon immer ein Problem: Der Frage-
bogen wird zum Bedauern der Blutspendedienste zum Teil bewusst unwahr ausgefüllt, etwa mit der Selbsteinschät-
zung "Ich bin doch gesund". In allen sechs Fällen von HIV-Ansteckung durch Blutübertragungen in den letzten Jahren sei dies auf bewusst falsche Angaben im Fragebogen zurückzuführen gewesen, erklärt das Paul-Ehrlich-Institut nach gründlicher Untersuchung
der Fälle.
Der Fragebogen ist also einer der Schwachpunkte im System, und zwar unab-
hängig davon, ob man Schwule generell ausschließt oder nicht. Wer bewusst falsche Angaben macht, vielleicht sogar, um Geld für die Blutspende zu kas-
sieren (Spitzenspender können mit diesem "Nebenjob" über 1.000 Euro jähr-
lich kassieren), gefährdet womöglich damit ohehin schwerkranke Patienten zusätzlich.
Im Falle der schwulen Männer denken Politiker z.B. daran, den Fragebogen dahingehend zu ändern, dass nicht mehr speziell nach Geschlechtsverkehr mit Männern gefragt wird, sondern nur noch allgemeiner nach riskantem Sexual-
verhalten. Die Homosexuellen hätten dann keinen Grund mehr zur Empörung. Ob aber damit das eigentliche Problem gelöst wird, darf man wohl bezweifeln, oder?
Nachricht in der "Tagesschau" ---> KLICKEN !
Artikel im "SPIEGEL" ---> KLICKEN !
Noch geltende Richtlinien (pdf) ---> KLICKEN !
Hinweise des Paul-Ehrlich-Instituts ---> KLICKEN !
Allzu beruhigend ist das nicht.
AntwortenLöschenWohl dem, der keine Blutspende braucht...
Bleiben wir lieber bei den Fakten, bevor wir vor lauter Barmherzigkeit untergehen:
AntwortenLöschenLaut Robert-Koch-Institut gibt es z.Z. allein in Deutschland geschätzte 14.000 HIV-Infektionen, die noch nicht ausgebrochen sind. Ende 2012 waren außerdem 78.000 Menschen als erkrankt registriert.
Obwohl es sich um weniger als 4 % der Bevölkerung handelt, treten rund 70 % der HIV-Infektionen bei schwulen Männern auf. Sogar die Bundesärztekammer gibt zu, dass das Risiko einer mit HIV belasteten Blutspende "in dieser Gruppe 100-fach höher" ist!
Mein kleiner Bub hat etliche Herzoperationen hinter sich und es koennte eventuell in den naechsten 10 Jahren wieder eine anstehen. Er benoetigt dazu immer Spenderblut. Ich find es absolut unverantwortlich, unter dem ewigen Deckmantel 'Diskriminierung der Homosexuellen' Sachlagen zu veraendern, die fuer andere (wie z.B. meinen kleinen Mann) lebensgefaehrlich werden koennten. Das ist nicht Diskriminierung, das ist Vorbeugung. Ich bin mir sicher, dass viele Homosexuelle das verstehen und das Richtige tun (nicht Blut zu spenden). Ich war in den letzten paar Wochen auch nicht, weil ich die Grippe hatte, und in den letzten paar Jahren nicht, weil ich ein paar Schwangerschaften hatte. Mir steht das 'Diskriminierungs'-Thema bis oben, sorry.
AntwortenLöschen