Mittwoch, 12. Februar 2014

Predigt und Linktipps zum 6. Sonntag im Jahreskreis A --- 16.2.2014



                          (Fortsetzung)
Um tiefgreifende Reformforderungen geht es allerdings auch in dieser Predigt, denn das heutige umfangreiche Evangelium handelt davon. Es ist ebenfalls ein Aufruf zur Kirchenreform, aber Jesus wählt dafür interessanter-
weise einen ganz anderen Ansatz als die meisten Reform-Theologen und -gruppen.
Im Mittelpunkt der Rede Jesu an seine Jünger steht dagegen die Erfüllung des religiösen Gesetzes,
also des Willens Gottes.
Sofort stellt Jesus die Weichen, damit es bei seinen Zuhörern in die richtige Richtung geht: Wer von denen glaubt, Jesus wolle die vielen jüdischen Vorschriften aufheben, der irrt gewaltig. Auch nicht den kleinsten Buchstaben will er außer Kraft setzen, sagt er.
Das klingt erschreckend. Schließlich wissen wir, wie umfangreich und zuweilen recht hart die Regelungen waren, die damals beachtet werden mussten. Als Stichwort möge es genügen, an die strengen Verhaltensregeln für den Sabbat zu erinnern. Dieser Tag als Gedenktag des Bundes mit Gott musste absolut arbeitsfrei gehalten werden, was auch heute noch bei den Juden strikt beachtet wird. So muss man z.B. für die Zubereitung warmen Essens vorkochen und für die Speisen ein raffiniertes Warmhaltesystem anwenden.
Nein, Jesus will das Gesetz nicht über den Haufen werfen. Im Gegenteil:
Er will das Gesetz mit neuem Leben erfüllen, seinen ursprünglichen Glanz wiederherstellen, der durch die Menschen immer stumpfer geworden ist. ...

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1 Kommentar:

  1. Ob die strengen Sabbatvorschriften, wie wir sie heute von orthodoxen Juden kennen (inklusive Zeitschaltuhr) für die Zeit Jesu verbreitet angenommen werden können, ist unsicher. Zwischen den einzelnen jüdischen Gruppen bestanden da große Unterschiede. Sicher galten sie für die Pharisäer, die Bewegung, zu der Jesus vermutlich selbst gehörte. Zum absoluten Mittel- und Identifikationspunkt für das Judentumm ist das Gesetz aber erst nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer 70 n.Chr, und der endgültigen Vertreibung der Juden aus Jerusalem nach dem Bar KOchba Aufstand geworden. Wenn Jesus die absolute Gültigkeit des Gesetzes betont, kann das eine eindeutige Parteinahme für die Pharisäer gegen andere jüdische Gruppierungen bedeuten, aber auch eine deutliche Betonung der Autorität Gottes für alle Menschen. Hängt ganz davon ab, wie man Jesus sieht - als jüdischen Lehrer oder in erster Linie als den Christus Gottes. :-)

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