Mittwoch, 7. Mai 2014

Predigt und Linktipps zum 4. Sonntag der Osterzeit A --- 11.5.2014

               (Fortsetzung)
Wegen möglicher Über-
fälle von Dieben oder wilden Tieren trieb der Hirte seine Schafe mög-
lichst jeden Abend in einen Stall oder zumin-
dest in einen Pferch,
der rundherum von einer Mauer umgeben war. Es gab nur eine einzige Tür, und die war mit Absicht sehr schmal.
So konnte ein einziger Türhüter eine große Anzahl von Tieren bewachen. Oft kam es nämlich vor, dass mehrere Hirten ihre Herden für die Nacht gemeinsam in einen Stall trieben. Am nächsten Morgen rief dann jeder Hirte mit seinem speziellen Lockruf seine eigenen Tiere heraus, um sie auf die Weide zu führen.
Türhüter kennen wir heute ja auch, nicht nur die Schweizergarde beim Vatikan, sondern auch  z.B. vor Hotels, Diskos oder als Wachpersonal von Kaufhäu-
sern. An diese damals wohlbekannte Praxis des Schafehütens knüpft Jesus an. Jedem damals war aus eigener Anschauung sofort klar: Jawohl, das stimmt, die Schafe folgen ihrem Herrn und Führer ohne Wenn und Aber, durch dick und dünn. Seine Stimme ist für sie unverwechselbar, und jeder Irrtum ist da ausge-
schlossen. Die Schafe haben einen untrüglichen Instinkt für ihren richtigen Hir-
ten. Was für die gar nicht so dummen Schafe also selbstverständlich ist, das stellen wir Menschen jedoch gerne in Frage.
Jesus hat das damals schon mit den Pharisäern und anderen Frommen erleben müssen, und in der heutigen Gesellschaft ist es noch dramatischer: Der Hirte kann immer nur diejenigen Schafe führen, die sich selbst auch führen lassen wollen. Es gab und gibt viele Führer, die jedem, der es hören will, das Blaue vom Himmel versprechen, egal, ob Sektenguru oder cleverer Geschäftemacher. Sie kommen nicht durch die korrekte Tür, sondern sie schleichen sich ein wie ein Dieb oder Räuber in die Schafställe, also  in die Seelen der Menschen. Es sind eigentlich keine Führer, sondern es sind Verführer. Heutzutage versuchen sie uns z.B. einzureden...

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