Donnerstag, 23. Mai 2013

Empörungsmaschinerie heißgelaufen: Kardinal Meisner hat was über Frauen und Kinder gesagt...

(Fortsetzung)
So verbat sich z.B. Miriam Gruß, die familienpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, so eine "Einmischung in die Lebensführung von Familien". Diese brauchten keine "Bevormundung". Als Mutter könne sie "auf die Ratschläge konservativer Kirchenvertreter verzichten, die selbst in ihrem Leben noch nie ein Kind großgezogen haben".  - Superargument, Frau Gruß! Weil ein Bischof keine Kinder großzieht, darf er nichts über Familie sagen...
Wenn das so ist, warum darf es dann männliche Frauenärzte geben, voraus-
gesetzt, diese waren noch nie eine Frau? - Derartige Argumentationen helfen wirklich nicht weiter, Frau Gruß!

Auch die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt musste sich empören. Sie würde sich wün-
schen, dass der Kardinal "Väter lobt, die zu Hause bleiben und sich um ihre Kinder kümmern".
Ach, das wäre in diesem speziellen Fall dann aber
keine Einmischung in die Familie, oder wie? 

Und SPD-Generalsekretärin und bekennende Katho-
likin Andrea Nahles muss der BILD-Zeitung und
uns allen mitteilen, dass sie Meisners Ansichten als "kränkend" empfindet, weil er meine, den jungen Frauen Vorschriften machen zu müssen. - Das mit den Vorschriften steht zwar nirgendwo im Interview, aber das macht nichts, Frau Nahles, oder? - Sobald der Kardinal was sagt, sind das gleich Vorschriften, wenn andere was sagen, ist das eine vertretbare Meinung. So läuft das.

Die Liste der Kardinalskritiker ist lang, und ihre Äußerungen zumeist ähnlich wie die hier zitierten. Deswegen nur noch ein weiteres Beispiel: Die Vorsitzende des Verbandes der Jungen Unternehmer wird fast patzig: Lencke Wisch-
husen
findet, die Aussagen des Kardinals "sind veralteter Schwachsinn. Die Leistung von Frauen ist für die Wirtschaft unverzichtbar." - Das wiederum zeigt, dass nicht alle in der Lage oder willens sind, etwas längerfristig zu denken.
Immerhin weist sogar "Wikipedia" in einem Artikel über "Bevölkerungs-
rückgang" darauf hin, dass die Wirtschaft und damit wir alle längerfristig die Quittung für den Geburtenrückgang erhalten werden: Weniger Konsumenten bedeuten jetzt schon laut einer Studie jährlich 0,5 Prozent weniger Wachstum, und das ist erst der Anfang. Der eigentliche Fachkräftemangel infolge der ge-
ringen Kinderzahl komme erst noch, wird gewarnt. 

Was auch allzu gerne verschwiegen wird: Familien mit Kindern haben nicht nur hohe Mehrkosten, sondern sie finanzieren auch noch die Renten derer mit, die aus welchen Gründen auch immer keine Kinder haben. "Transfer-Ausbeutung" nennt man das, schreibt "Wikipedia": Wer mehrere Kinder hat und nicht berufs-
tätig ist, bekommt derzeit nicht bloß weniger Rente, sondern er/sie sorgt auch noch dafür, dass es in Zukunft Renteneinzahler (für andere) gibt.

Aber das alles ist den Empörern wurstegal. Hauptsache, der Kardinal wird an-
gegriffen. Schade - es hätte ja vielleicht auch noch die Alternative gegeben, darüber mal nachzudenken und vielleicht sogar ins Gespräch zu kommen.
Aber wozu auch, oder? 

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4 Kommentare:

  1. Fast 8 Millionen abgetriebene Kinder allein in Deutschland in den letzten Jahrzehnten.
    Vielleicht denkt endlich mal ein Poltiker nach!

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  2. Ich bin sicher der Herr Kardinal wird seinen Worten jetzt sofort Taten folgen lassen und die Einkommen aller Väter oder verheirateter Männer, die im kirchlichen Dienst stehen und noch keine Kinder haben so anpassen, dass von dem Kirchengehalt eine Familie, so wie er sie haben will (zwei Erwachsene und vier Kinder, zur Not auch nur drei Kinder) zum Beispiel in Köln gut leben kann.

    Das alleinige Gehalt muss dann natülich für die Miete für eine entsprechend grosse Wohnung, bei vier Kindern besser ein Enfamilienhaus inklusive Energieversorgung und Verbrauchskosten, reichen, natürlich für gesunde Lebensmittel für sechs Personen, Kleidung für Erwachsene und Kinder (die ja öfter mal was neues brauchen und nicht unbedingt abgerissen, sondern im Sonntagsstaat die Heilige Messe besuchen sollen) einen entsprechenden Betrag für Bildung und Kultur (Schulbücher und Hefte, Musikunterricht, Sport- und Schwimmverein, durchaus mal ein Theater-, Konzert- oder Kinobesuch), Transportkosten (Monatskarten für die Kinder, um zur Schule oder gemeinsamen Freizeitaktivitäten kommen, ein entsprechendes Fahrzeug für die Familiengrosseinkäufe, oder mal einen Ausflug ins Grüne oder die Ferienfahrt in die Sommerfrische an die Ostsee oder ins Allgäu, oder auch nur, um den Alleinverdiener an seine krichliche Arbeitsstelle zu bringen) und was der notwendigen Familienausgaben mehr sind.
    Habe ich schon die notwendigen Versicherungen erwähnt? Von den Krankenversicherungen für sechs Personen über die Privathaftpflichtversicherung, die unbedingt notwendige Berufsunfähigkeitsversicherung für den Alleinverdiener (Sie wissen ja, wenn der ausfällt, kann die Mutter nicht einspringen, weil sie am Herd stehen muss) und die Verischerungen für das Familienfahrzeug nicht zuletzt. Oder braucht so eine grosse Familie gleich zwei Autos?

    Also ich bin sicher, noch vor Ende Mai hören wir entsprechendes von Kardinal Meisner zu den kirchlichen Tarifverträgen für verheiratete Männer. Vielleicht hören wir sogar etwas über eine "Heirats- oder Geburtenprämie"? Das wäre doch einmal eine ganz grossartige Idee der katholischen Kirche, um ihre Forderungen an andere zu untermauern!

    Und wenn die Erklärung von Kardinal Meisner nicht kommt?

    Dann kann er es nicht ernst gemeint haben.

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  3. Auf den ersten Blick scheint der Kommentar von "Anonym" zu beeindrucken. Die armen Kirchenangestellten! Da müsste doch dringend was geschehen mit Lohnerhöhung etc.
    Die Realität sieht zum Teil doch erheblich anders aus.
    Ich arbeite als Pastoralassistent in der Nähe von Bamberg und verdiene nach 16 Dienstjahren ca. 4.500 Euro brutto. Hinzu kommen Ortszuschlag, vergünstigte Dienstwohnung, Kindergeld für 3 Kinder, Betreuungsgeld, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld.
    Da kann sich jeder ausrechnen, dass man davon doch recht ordentlich leben kann.
    Wird da mal wieder auf sehr hohem Niveau gejammert?

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    1. Find ich grossartig, dass Sie so gut verdienen. Im Marienhospital (Vincentinerinnen,Sie wissen schon Vincenz von Paul) verdient ein Krankenpfleger auf der operativen Intensiv gerade mal die Hälfte davon; im Dreischichtbetrieb. Und die Mieten sind in Stuttgart möglicherweise ein klein wenig höher als in Nordbayern. Das wars dann mit Frau am Herd und vier Kindern. Die Frau muss auf alle Fälle erwerbstätig sein und wenn keine Kinderbetreuung angeboten wird, (wie das in Stuttgart, zu bezahlbaren Preisen fast immer der Fall ist) wars das sogar mit einem Kind.

      Im übrigen würde ich Ihr weit überdurchsnittliches Gehalt weit jenseits des Medianwertes sehen und auch in Bamberg kann man mit achtzehnhundert Brutto oder auch zweivier Brutto keine sechsköpfige Meisnersche Wunschfamilie als Alleinverdiener mit Frau am Herd durchbringen. Da kann sich der Herr Kardinal Meisner seine katholischen Wunschträume ganz schnell abschminken. Angesichts der Einkommenslage abhängig Beschäftigter in Deutschland (seit der Jahrtausendwende ist real nix dazu gekommen und bei vielen sogar etliches weniger in der Lohntüte) werden verantwortungsvolle Eltern daurauf achten, dass sie ihren Kindern eine ordentliche Wohnung, gute Ernährung, entsprechende Sonntagsanzüge und möglichst gute Bildung mit auf den Weg geben können.

      Komisch, warum habe ich Herrn Kardinal Meisner noch nie über Mieten reden hören? Oder über die himmelschreiende Sünde, Arbeitern ihren gerechten Lohn vorzuenthalten?
      Und ein gerechter Lohn wäre doch einer, bei dem die Frau am Herd bleiben kann und vier Kinder grosszieht. Mit einem einzigen Einkommen des "Hauptes der Frau" und der Kinder, um mal einen Hirtenbrief der deutschen Bischöfe zu zitieren.
      So lange er da nichts ändert, wird das nichts mit den Wunschträumen des Herrn Kardinals.

      Aber er könnte es ja ändern, wenn er denn wirklich wollte.

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