Freitag, 24. Mai 2013

Journalistische Eintagsfliege? -- Thema "Kirche und Exorzismus" liegt auf Wiedervorlage

(Fortsetzung)
Klar, Sensationslust und Medienwirbel sind bei solch einem sensiblen Thema unangebracht. Das schnelle Vergessen allerdings auch. Als Katholiken wissen wir, dass aus gutem Grund ein kurzes Exorzismus-Gebet sogar jeder Tauf-
handlung vorausgeht. Der Täufling (oder seine Paten) erklärt dabei ausdrück-
lich, dem Bösen "und all seinen Verlockungen" zu widersagen. Und im Vater-
unser bitten wir: "Erlöse uns von dem Bösen."
Den Teufel und das Böse gibt
es, und liebster Unterschlupf
des Widersachers Gottes ist der Mensch. Momentan ist, wie von vielen Fachleuten interessanter-
weise bestätigt wird, ein deutliches Ansteigen von Besessenheits-Phänomen zu beobachten, was
doch nachdenklich macht...
Als der Journalist Marcus Wagner für eine Rundfunkreportage über Exorzismus recherchierte, die 2008 vom WDR ausgestrahlt wurde, durfte er mit seltener Ausnahme-
genehmigung mit betroffenen Menschen sprechen und sogar einigen Austreibungs-Ritualen beiwohnen. Die Zeitschrift "P.M. -- Welt des Wissens" zitiert ihn so: "Ich habe Menschen erlebt, die schlagartig ihr Aus-
sehen veränderten, die Augen wurden schwarz, das Gesicht entstellte sich.
Sie schrien und knurrten wie Tiere, ihre Stimmen veränderten sich bis zur Unkenntlichkeit."

Solche Phänomene sind ernsthaft wohl kaum mit Epilepsie oder ähnlichem zu erklären. Auch wenn das (ver-) störend ist: Das Böse und den Bösen gibt es.
Allerdings wird dies gerade in Deutschland sehr gerne verharmlost oder noch lieber ganz verschwiegen. Nach dem tragischen Todesfall der Anneliese Michel sind die deutschen Bischöfe extrem vorsichtig. Zu vorsichtig, wie nicht nur der vatikanische Chef-Exorzist Pater Amorth meint. So haben sie sogar entgegen der ausdrücklichen Aufforderung des Papstes keine hauptamtlichen Exorzisten eingesetzt. Pater Amorth sagt es ziemlich brutal: Damit würden die deutschen Bischöfe schuldig am Elend vieler Menschen.
Die Zahl der Hilfesuchenden steigt jedenfalls rapide an. Pallottinerpater und Psychotherapeut Dr. Jörg Müller bestätigt dies ausdrücklich. Er kann sich vor Hilfe-Anrufen kaum noch retten, wie er sagt. In Italien scheint es noch krasser zu sein: Im Jahr 2011 sollen etwa 500.000 Menschen bei der Kirche um exor-
zistische Hilfe nachgefragt haben.
So sicher es ist, dass bei solchen Zahlen nicht alle Anfragenden wirklich besessen sind, so sicher ist die Existenz des Teufels. Auffallend ist z.B. in der Bibel, dass Jesus laut Markus-Evangelium (Mk 1,39) sein öffentliches Wirken mit Exorzismen beginnt: "Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus."

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P.M.-Magazin über Exorzismus ---> KLICKEN !

500.000 Fälle in Italien ---> KLICKEN !
Andreas Englisch über Pater Amorth ---> KLICKEN !
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Morgen folgt der Artikel-Schluss: "Exorzismus & Co.:
Was tun gegen dämonische Mächte?"

1 Kommentar:

  1. Wieder einmal, um der Wahrheit die Ehre zu geben:
    Anneliese Michel ist nicht an einem Exorzismus gestorben, sondern an Magersucht in Verbindung mit einer Lungenentzündung, gegen die das Immunsystem (eben wegen der Magersucht) nichts ausrichten konnte.
    Der Vorwurf, den man dem beteiligten Priester machen muss, ist nicht der Exorzismus per se, sondern die Tatsache, dass er - offenbar, weil er dieses Nicht-Essen falsch interpretiert hat - keinen Arzt zugezogen hat (unterlassene Hilfeleistung also).
    Dieser Fall ist (meine Vermutung) einer der wesentlichen Gründe dafür, warum Exorzisten heute eine gründliche psychologische Ausbildung bekommen. Hätte der Exorzist von Anneliese Michel auch schon eine solche gehabt, wären ihm sicher auch die Symptome von Magersucht vertraut gewesen.

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